Eine außergewöhnliche Frau
„Ich wollte die Welt verändern, doch ich kann sie nicht verändern. Ich muss mich verändern.“
Sabine Ball
1925–2009
Lebensanfang in Deutschland
09.09.1925
Geburt
Sabine Koritke wird als Tochter einer christlich geprägten Unternehmerfamilie in Königsberg / Ostpreußen geboren.
Sabine Koritke wird als Tochter einer christlich geprägten Unternehmerfamilie in Königsberg / Ostpreußen geboren.
13.02.1945
Bombadierung von Dresden
Als Kriegsflüchtling überlebt Sabine gemeinsam mit ihrem zehnjährigen Bruder Hans die verheerende Bombennacht und den Feuersturm in Dresden.
Als Kriegsflüchtling überlebt Sabine gemeinsam mit ihrem zehnjährigen Bruder Hans die verheerende Bombennacht und den Feuersturm in Dresden.
„Nur wer abspringt,
lernt auch fliegen.“
Sabine Ball
Neustart in Amerika
1949
Auswanderung nach Amerika
Sabine verlässt das vom Krieg gezeichnete Deutschland und wandert zu ihrer Tante Mary nach New York aus. Dort arbeitet sie zunächst als Kindermädchen und absolviert anschließend eine Ausbildung zur Hotelfachfrau.
Sabine verlässt das vom Krieg gezeichnete Deutschland und wandert zu ihrer Tante Mary nach New York aus. Dort arbeitet sie zunächst als Kindermädchen und absolviert anschließend eine Ausbildung zur Hotelfachfrau.
1950
Bekanntschaft mit der High Society
Sabine zieht nach Miami, wird zunächst Hostess, später Managerin im exklusiven „Quarterdeck-Club“. Dort begegnet sie zahlreichen prominenten Persönlichkeiten – unter anderem dem späteren US-Präsidenten Richard Nixon, dem Hotelpionier Conrad Hilton und dem Millionär Clifford Ball.
Sabine zieht nach Miami, wird zunächst Hostess, später Managerin im exklusiven „Quarterdeck-Club“. Dort begegnet sie zahlreichen prominenten Persönlichkeiten – unter anderem dem späteren US-Präsidenten Richard Nixon, dem Hotelpionier Conrad Hilton und dem Millionär Clifford Ball.
Neustart in Santa Barbara
1963
Scheidung und Neuanfang in Santa Barbara
Hinter Glanz und Glamour erlebt Sabine Einsamkeit, Oberflächlichkeit und das Fehlen echter Freundschaft. Sie bricht aus der Scheinwelt der Reichen und Schönen aus.
Ihre Ehe ist gescheitert – sie lässt sich scheiden und steht an einem Tiefpunkt ihres Lebens. Gemeinsam mit ihren beiden Söhnen beginnt sie einen neuen Lebensabschnitt in Santa Barbara, wo sie Anschluss an die Künstler- und Intellektuellenszene findet.
Hinter Glanz und Glamour erlebt Sabine Einsamkeit, Oberflächlichkeit und das Fehlen echter Freundschaft. Sie bricht aus der Scheinwelt der Reichen und Schönen aus.
Ihre Ehe ist gescheitert – sie lässt sich scheiden und steht an einem Tiefpunkt ihres Lebens. Gemeinsam mit ihren beiden Söhnen beginnt sie einen neuen Lebensabschnitt in Santa Barbara, wo sie Anschluss an die Künstler- und Intellektuellenszene findet.
1967
Zuwendung zu den Hippies
Sabine hört von der Hippie-Bewegung und den Drogenproblemen dieser jungen Menschen. Sie fragt sich nach dem Sinn ihres Lebens. Vielleicht kann sie den Hippies helfen – und darin selbst Erfüllung finden?
Sabine hört von der Hippie-Bewegung und den Drogenproblemen dieser jungen Menschen. Sie fragt sich nach dem Sinn ihres Lebens. Vielleicht kann sie den Hippies helfen – und darin selbst Erfüllung finden?
Leben als „Hippie-Mutter“
1968
Gründung einer Hippie-Kommune
Sabine verkauft ihr Haus in Santa Barbara und ihren Silberschmuck. Vom Erlös kauft sie ein Grundstück nahe Mendocino – und lädt Hippies ein, dort mit ihr zu leben. So entsteht eine Hippie-Kommune: ein Ort für Gemeinschaft, Freiheit und neue Perspektiven.
Sabine verkauft ihr Haus in Santa Barbara und ihren Silberschmuck. Vom Erlös kauft sie ein Grundstück nahe Mendocino – und lädt Hippies ein, dort mit ihr zu leben. So entsteht eine Hippie-Kommune: ein Ort für Gemeinschaft, Freiheit und neue Perspektiven.
1971
Sinnsuche in Indien und Nepal
Auf der Suche nach Sinn reist Sabine nach Indien und weiter nach Nepal. Drei Monate lebt sie in einem Kloster in Kathmandu – doch die ersehnte mystische Erfahrung bleibt aus.
Auf der Suche nach Sinn reist Sabine nach Indien und weiter nach Nepal. Drei Monate lebt sie in einem Kloster in Kathmandu – doch die ersehnte mystische Erfahrung bleibt aus.
„Vielleicht lebe ich genau dafür – vielleicht brauchen die Hippies gerade mich.“
Sabine Ball
Neustart im Herzen
1972
Begegnung mit dem christlichen Glauben
Als Sabine auf ihr Land zurückkehrt, ist sie überrascht und irritiert: Viele der Hippies, mit denen sie gelebt hat, sind zum christlichen Glauben gekommen – und nennen sich nun Jesus People.
Ein junger Mann möchte auch ihr begeistert von Jesus erzählen. Sabine will ihn nicht vor den Kopf stoßen und lässt sich trotz innerem Widerstand auf die Gespräche ein. Doch was er sagt, lässt sie nicht mehr los. Sabine fühlt sich tief berührt von Gottes Liebe. Es ist, als käme sie – zum ersten Mal seit ihrer Flucht aus Königsberg – wieder nach Hause.
Sie gibt ihr Leben Jesus. Und sie verspricht ihm, den Rest ihres Lebens ganz in seinen Dienst zu stellen. Wenig später nennt sie ihr Land um: „The Land“ wird „The Lord’s Land“.
Als Sabine auf ihr Land zurückkehrt, ist sie überrascht und irritiert: Viele der Hippies, mit denen sie gelebt hat, sind zum christlichen Glauben gekommen – und nennen sich nun Jesus People.
Ein junger Mann möchte auch ihr begeistert von Jesus erzählen. Sabine will ihn nicht vor den Kopf stoßen und lässt sich trotz innerem Widerstand auf die Gespräche ein. Doch was er sagt, lässt sie nicht mehr los. Sabine fühlt sich tief berührt von Gottes Liebe. Es ist, als käme sie – zum ersten Mal seit ihrer Flucht aus Königsberg – wieder nach Hause.
Sie gibt ihr Leben Jesus. Und sie verspricht ihm, den Rest ihres Lebens ganz in seinen Dienst zu stellen. Wenig später nennt sie ihr Land um: „The Land“ wird „The Lord’s Land“.
1973–74
Streetwork in New York
Nach ihrer Entscheidung für Jesus verlässt Sabine The Lord’s Land. Sie spürt den Ruf, dorthin zu gehen, wo Menschen am Rand der Gesellschaft leben. In Brooklyn, in den Elendsvierteln von New York, engagiert sie sich – gemeinsam mit einem Team von Christen für Junkies und Straßenkinder. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, arbeitet sie nebenbei als Putzfrau.
Nach ihrer Entscheidung für Jesus verlässt Sabine The Lord’s Land. Sie spürt den Ruf, dorthin zu gehen, wo Menschen am Rand der Gesellschaft leben. In Brooklyn, in den Elendsvierteln von New York, engagiert sie sich – gemeinsam mit einem Team von Christen für Junkies und Straßenkinder. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, arbeitet sie nebenbei als Putzfrau.
1975
Schwesternhaus auf dem Lord’s Land
Sabine kehrt zurück auf das Lord’s Land und eröffnet dort ein „Schwesternhaus“ – einen geschützten Ort für misshandelte und missbrauchte Frauen. Später begleitet sie dort fast drei Jahre lang sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg.
Sabine kehrt zurück auf das Lord’s Land und eröffnet dort ein „Schwesternhaus“ – einen geschützten Ort für misshandelte und missbrauchte Frauen. Später begleitet sie dort fast drei Jahre lang sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg.
„Mein Gott, nun sehe ich deine Handschrift in meinem Leben. Danke.“
Sabine Ball
Heimgang
Sabine Ball stirbt plötzlich und unerwartet im Alter von 83 Jahren an einem Herzinfarkt.
Bereits 2005 hatte sie die Leitung ihres Dresdner Lebenswerkes Stoffwechsel an Mitgründer Ralf Knauthe übergeben. Die christlich-soziale Arbeit von Stoffwechsel e.V. wächst weiter und ist mittlerweile in mehreren Stadtteilen aktiv.
Obwohl Sabine ursprünglich nur ein Jahr in Dresden bleiben wollte, wurden daraus 16 Jahre. Bis zuletzt war sie im ganzen Land unterwegs: in Talkrunden, bei Frühstückstreffen, in Gefängnissen, Schulen und auf der Straße. Überall erzählte sie von ihrem Leben und von Gottes Wirken – um Menschen Mut zu machen und Hoffnung weiterzugeben.
Aller Anfang ist Liebe – Ralf Knauthe über Sabine Ball
Gott ist Liebe – dafür stand Sabines Leben. In diesem Video erzählt Ralf Knauthe, der Mitgründer von Stoffwechsel e.V., über Sabines Leben, die Anfänge von Stoffwechsel und von dem, was sich nie ändern wird.
Dr. Herbert Wagner
Oberbürgermeister von Dresden (1990–2001)
„Sabine Ball war für mich die Mutter Teresa der Dresdner Neustadt. Ihre außergewöhnliche Ausstrahlung und ihr unerschütterlicher Glaube haben sehr vielen Kindern und jungen Menschen ein Zuhause und neue Hoffnung geschenkt.“
Ralf Knauthe
Sabines Weggefährte, Mitgründer von Stoffwechsel e.V. und Vorstand der Sabine Ball Stiftung
Gott ist Liebe
Über sechzehn Jahre lang durfte ich in meiner Heimatstadt Dresden an Sabines Seite unterwegs sein, um Menschen zu dienen. Mit ihrem mutigen Glaubensschritt nach Dresden und ihrer Hingabe zu Gott und zu Menschen hat sie mein Herz tief geprägt.
Wenn Sabine ihre Bücher signierte, schrieb sie dabei immer die Worte: „Gott ist Liebe“. Einmal fragte ich sie, warum sie das tue. Sabine: „Mir ist noch nichts Besseres eingefallen. Und außerdem fasst es das wunderbar zusammen.“
So drücken für mich diese drei Worte aus, was Sabine gelebt hat und wofür sie bekannt war: Gott ist Liebe.